Wein und Haschisch mit Baudelair oder wie man Gedichte liest Teil 1

Gedichte. Gibt es noch Menschen die Gedichte lesen? Oder gibt es überhaupt noch Menschen, die Gedichte schreiben?
Ich glaube mein letztes wirkliches Gedicht habe ich in der Schule gelesen oder besser gesagt auswendig gelernt vorgetragen. Ehrlich gesagt waren es aber nicht viele. Ich erinnere mich nur noch an den Zauberlehrling von Goethe (aber auch nur, weil ich den Zauberlehrling in einem Theaterstück gespielt habe) und mein persönlicher Liebling der Erlkönig, auch von Goethe (der Goethe kann es eben). Meine Mutter erzählte mir oft, wie viele Gedichte sie damals in der Schule lernen mussten, die sie übrigens immer noch aufsagen kann.
Ich finde Gedichte auch wirklich schön, aber wieso lesen wir sie nicht mehr? Ich habe mir noch nie ein Gedichtband gekauft oder überhaupt darüber nachgedacht. Vor fast einem Jahr als ich ein Praktikum in einem kleinen Verlag gemacht habe, ist mir Charles Baudelair in die Finger gekommen. Melancholische Stadtgedichte war die Beschreibung. Melancholie, das klingt immer gut.  Ich habe das Cover gesehen und fand es wunderschön. Ich wollte es lesen. Und jetzt endlich habe ich es geschafft. Ich war in der Bibliothek und habe mir eine hässliche Reclams Ausgabe ausgeliehen. Einen Monat liegt es nun auf meinem Nachttisch. In vier Tagen muss ich es zurück bringen. Und was habe ich gemacht?
Es aufgeschlagen. Eine Strophe gelesen. Weggelegt.
Vielleicht liegt es an der Ausgabe. Gedichtbänder müssen schön aussehen.
Aber vielleicht liegt es daran, dass ich keine Ahnung habe wie ich es lesen soll.

Wie liest man ein Gedicht?

Bei meiner Recherche bin ich auch ein Gespräch zwischen Jan Wagner (Lyriker) und Cornelia Jentzsch (Literaturkritikern) im gestoßen (hier zum Gespräch). Die beiden unterhalten sich über das Thema Gedicht und wieso niemand mehr Gedichte ließt. Sie sprechen genau mein Problem an. In der Schule nur gelernt, dass man jedes kleinste Wort interpretieren muss, nur so könne man Gedichte lesen. Da ich in Interpretationen auch anscheinend–an den Noten gemessen– nicht gut war, entfernte ich mich von ihnen. Die Konzequenz daraus: Ich verpasste eine aufregende andere Welt!

Aus diesem Grund hab ich ein wenig recherchiert und mir ein Tipps rausgesucht, die ich bei meinem zweiten Versuch anwenden will:

  1. Ein schönes Gedichtband, meine Wahl fällt auf dieses wunderschöne Exemplar.* Das habe ich schon seit Monaten im Auge.
  2. Mir Zeit zulassen und eine angenehme Atmosphäre schaffen. Ich lese es nicht in der Bahn, wie ein Buch, sondern nehme mir wirklich zeit dafür. Zünde eine Kerze an, mache mir einen Tee und setzte mich ans Fenster.
  3. Ich lese ein Gedicht. Ich lese nicht das ganze Band auf einmal oder verschlinge es. Ich versuche das gelesene auf mich wirken zu lassen
  4. das heißt, ich achte, wie im Unterricht gelernt, auf Sprache und Wort- und Satzbau
  5.  Ich lese die Gedichte laut

 

Das waren jetzt meine 5 Tipps, die ich für mich erstmal anwende. Weitere habe ich hier bei G13 gefunden. Ich versuche jedoch erst langsam anzufangen, denn das wichtigste ist, dass es einem Spaß macht.

Was haltet ihr von Gedichten? Lest ihr welche und was ist euer Lieblingsgedicht?

Eure Xenia

 

 

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2 Kommentare zu „Wein und Haschisch mit Baudelair oder wie man Gedichte liest Teil 1

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